Wir freuen uns durch unser Engagement die deutsche Nationalmannschaft
bei der Weltmeisterschaft im F3J 2006 in der Slovakai in Martin zu unterstützen.
Bitte alle ganz fest die Daumen drücken, damit wir auch dieses Jahr
wieder ganz
vorne mit dabei sind.
Im Gegensatz zu anderen Klassen, steht hier nicht nur die Technik im Vordergrund
sondern das Können des Piloten, die richtige Einschätzung der Wetterlage
und der Thermikverhältnisse sowie eine gewisse Flugerfahrung mit dem eingesetzten
Modell.
Lesen hier einige Details zu diesem spannenden Sport:
Was treibt man als Modellsegelflieger eigentlich an einem schönen, sonnigen
Tag mit hoffentlich viel Aufwind auf dem Vereinsgelände, vorausgesetzt man hat
einen einigermaßen brauchbaren Thermiksegler dabei?
- möglichst lange Fliegen
- in nicht allzu großer Entfernung zu landen
- gemeinsames Fliegen mit anderen Gleichgesinnten
Die aufgeführten Punkte beschreiben schon recht genau, was F3J den Wettbewerbsteilnehmern
im Wesentlichen abverlangt:
- ein möglichst langer Flug innerhalb einer vorgegebenen Rahmenzeit (10 min.)
- präzise Landung mit möglichst wenig Abstand zu einem gegebenen Punkt
- direkter Vergleich zu anderen Piloten durch gruppenbezogenes Fliegen
Erfreulicherweise hält sich dabei der Materialaufwand in überschaubaren
Grenzen, da der Hochstart ausschließlich mit menschlichen Helfern erfolgen
darf, so daß teure Elektrowinden und Autobatterien nicht benötigt werden.
Weiterhin wird auch nicht unbedingt ein teures Voll-GFK Modell benötigt, um
erfolgreich an Wettbewerben teilnehmen zu können. Viele unterschiedliche Konstruktionen,
vom Rippensegler über Styro-Abachi Fläche bis hin zum Schalenflieger, sind
gleichermaßen einsetzbar. Wichtiger als die Konstruktion sind neben guten Flugeigenschaften
des Modells insbesondere das Können des Piloten, die richtige Einschätzung
der Wetterlage und der Thermikverhältnisse sowie eine gewisse Flugerfahrung
mit dem eingesetzten Modell.
Wie fing eigentlich alles an?
Die Modellflugsparte F3J geht auf eine seit Ende der Siebziger Jahre in England
geflogene Modellflugklasse mit Namen "Open Class" zurück. Anfang der
90´er Jahre übernahm die FAI (internationale Organisation der Luftfahrt)
auf Anregung der Engländer diese Modellflugklasse in das internationale Reglement.
Seit 1995 sind die Aktivitäten in dieser Klasse kontinuierlich gewachsen, was
sich in immer mehr Wettbewerben (derzeit über 20 pro Jahr allein in Europa)
und in Teilnehmerzahlen bis an 200 ausdrückt. Allein in Deutschland nehmen ca.
80 bis 100 Piloten regelmäßig an Wettbewerben teil.
Seit 1992 wurden die Wertungen bestimmter Wettbewerbe in ganz Europa zu einer
Gesamtwertung zusammengefaßt und so quasi ein „inoffizieller“ Europameister
gekürt. Inzwischen wurde diese Wertung vom CONTEST Förderkreis als sog. „F3J
Euro Tour“ übernommen und seit dem weitergeführt.
1997 fand die erste Europameisterschaft in dieser Klasse in der slowakischen Republik
statt. Dabei gab es neben der normalen Einzelwertung auch eine separat ausgeflogene
Juniorenwertung.
1998 fand - ebenfalls zum ersten Mal - eine Weltmeisterschaft in dieser
Klasse in England statt, ebenfalls mit einer separaten Jugendwertung. Europa- und
Weltmeisterschaften finden seitdem abwechselnd alle zwei Jahre statt, so daß in
jedem Jahr entweder eine Europa- oder eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
Modelle für F3J
Wie der englische Begriff "Open Class", aus der die Klasse F3J entstanden
ist, schon andeutet, ist es in dieser Wettbewerbsklasse nicht unbedingt von entscheidender
Bedeutung, welche Art von Modell verwendet wird, sondern wie vertraut der Pilot mit
ihm ist.
Bei Einführung von F3J wurden vor allem englische und amerikanische
Konstruktionen
geflogen, die überwiegend nur mit Seiten- und Höhenruder gesteuert wurden.
Bereits mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrtausends ging der Trend jedoch
hin zu Modellen mit Querruder und Wölbklappen, um sich besser an verschiedene
Wettersituationen anpassen zu können. Außerdem ist es für die Landeeinteilung
sehr wichtig ein präzise zu steuerndes Bremssystem zu haben. Dies wird normalerweise über
entsprechende Brems- oder Störklappen realisiert. Bei Einsatz von Querruder
und Wölbklappen werden diese mittels elektronischer Mischer im Sender in die
sog. „Butterfly“- oder Krähenstellung gebracht, wobei hier die Wölbklappen
stark nach unten und die Querruder zum Ausgleich etwas nach oben ausgefahren werden,
was ein starkes Abbremsen des Modells zur Folge hat.
Folgende Arten von Modellen werden bei F3J-Wettbewerben eingesetzt:
Allroundmodelle
Diese Modelle bilden die Mehrheit der auf Wettbewerben eingesetzten Konstruktionen.
Sie besitzen eine Spannweite von ca. 3 bis 3,7 Meter bei einem Gewicht zwischen 1,8
und 2,6 kg. Gesteuert werden diese Modelle mit Seiten- und Höhenruder sowie
Querruder und Wölbklappen. Die Flächen sind entweder in Schaumstoff-Gemischtbauweise
(Schaumkern mit Beplankung aus Abachi- oder Balsaholz) oder mittlerweile überwiegend
in Schalenbauweise aus GFK und weiteren Materialien erstellt. Der Rumpf ist dabei
immer in GFK-Bauweise ausgeführt.
Diese Modelle lassen sich in nahezu allen Wettersituationen einsetzen. Sie kombinieren
gute Themikleistung mit ebenfalls guten Streckenflugeigenschaften (geringer Höhenverlust
beim Überwinden von größeren Strecken mit erhöhter Geschwindigkeit).
Modelle der Klasse F3B
Obwohl diese Modelle nicht speziell für die Anforderungen der Klasse F3J entwickelt
sind, haben sie doch bei bestimmten Wetterlagen mit Wind und weit auseinanderliegenden
Aufwinden wegen ihrer überragenden Streckenleistungen Vorteile. Diese Modelle
werden ausschließlich in Voll-GFK Bauweise erstellt und verfügen immer über
Querruder und Wölbklappen.
Wettbewerbsablauf und Regeln
Die nachfolgenden, zusammengefassten Informationen stützen sich auf das derzeit
gültige, internationale Reglement.
Um die nachfolgenden Ausführungen nicht zu sehr in die Länge zu ziehen,
wurden für die Entscheidung von sog. Grenzfällen wichtige Einzelregelungen
und Auslegungen bewußt weggelassen.
Vorgeschriebene Eigenschaften des Modells:
- Funkferngesteuertes Segelflugmodell ohne Antrieb
- Höchster Flächeninhalt: 150 dm²
- Maximales Fluggewicht: 5 kg
- Flächenbelastung zwischen 12 und 75 g/dm²
- Mindestradius der Rumpfnase: 7,5 mm
Es dürfen bis zu 3 Modelle während des Wettbewerbs eingesetzt werden.
Ein F3J-Wettbewerb besteht aus 5 bis 7 Vorrunden (je nach Wetter und Größe
des Teilnehmerfeldes) und weiteren 2 bis 4 Endrunden.
Für jede Runde werden die Teilnehmer in Gruppen zu je 6 bis 12 Teilnehmer aufgeteilt.
Die Teilnehmer einer Gruppe fliegen dabei innerhalb einer sog. Rahmenzeit von 10
Min. (in der Endrunde 15 Min) direkt gegeneinander. Innerhalb dieser Rahmenzeit soll
ein einziger, möglichst langer Flug ausgeführt werden. Dabei sind zwei
Startversuche möglich.
Der Flug wird durch eine Punktlandung abgeschlossen, wobei das Modell möglichst
nahe eines für jeden einzelnen Piloten vorgegebenen Landepunktes zum Stillstand
kommen soll. Die Landung wird neben der Länge des Fluges mit Punkten bewertet
(max. 100, pro Meter Abstand zwischen Punkt und Modell 5 Punkte weniger). Flugdauer
und Landewertung bilden dabei die Flugwertung. Falls sich das Modell nach Ende der
Rahmenzeit noch in der Luft befindet, werden für die Landung keine Punkte mehr
vergeben sondern vielmehr 30 Punkte von der Flugwertung abgezogen. Fliegt das Modell über
eine Minute nach Ende der Rahmenzeit immer noch, so erhält der Pilot gar keine
Wertung mehr (0 Punkte) !
Die Flugwertungen jedes Piloten einer Gruppe werden gruppenbezogen gewertet. Dies
bedeutet, daß der Pilot mit der besten (höchsten) Flugwertung 1000 Punkte
erhält, und die anderen im Verhältnis ihrerer Wertung zu der des besten
Piloten entsprechend weniger Punkte erhalten.
Ein kleines Beispiel:
| |
Geflogene Zeit |
Landepunkte |
Flugwertung |
Punktwertung |
| Pilot A |
9 min, 50 sec. = 590 sec. |
95 pkt. |
685 pkt. |
1000 pkt. |
| Pilot B |
9 min, 52 sec. = 592 sec. |
85 pkt. |
677 pkt. |
988 pkt. |
| Pilot C |
9 min, 40 sec. = 580 sec. |
70 pkt. |
650 pkt. |
949 pkt. |
| Pilot D |
8 min, 32 sec. = 512 sec. |
100 pkt. |
612 pkt. |
893 pkt. |
| Pilot E |
6 min, 55 sec. = 415 sec. |
95 pkt. |
510 pkt. |
745 pkt. |
Durch diese Art der Bewertung können Wertungen innerhalb eines Durchganges verglichen
werden, wobei sich Wetteränderungen nicht mehr auf das Ergebnis durchschlagen
können. Sogar Wiederholungen einer Gruppe am nächsten Tag bei gänzlich
anderen Wetterbedingungen sind so problemlos möglich.
Der Start erfolgt ausschließlich durch ein Startseil im Handschlepp gegen
den Wind. Die Schlepper dürfen außer einer handbetriebenen Umlenrolle
keine mechanischen Hilfen einsetzen. Zum Rückholen der Leine nach vollzogenem
Start darf eine handbetriebene Winde verwendet werden.
Die Wertungen aus den einzelnen Durchgängen werden aufaddiert und ergeben
die Gesamtwertung des Wettbewerbsteilnehmers, wobei bei mehr als 5 geflogenen Runden
die jeweils schlechteste Wertung jedes Wettbewerbsteilnehmers gestrichen wird.
Die Wettbewerbsteilnehmer mit den höchsten Gesamtwertungen (mindestens 9
Piloten) bestreiten ein sog. "Fly Off". Dieses besteht üblicherweise
aus zwei bis vier Endrunden-Durchgängen, die nach denselben Regeln wie die
Vorrunden ablaufen. Jedoch beträgt hier die Rahmenzeit 15 Minuten.
Starttechniken
Als Schleppleine werden auschließlich Nylonleinen mit einem Durchmesser zwischen
0,9 und 1,5 mm geflogen. Diese Leinen können sich um bis zu 50% dehnen und so
während des Starts Energie zwischenspeichern, die in der Beschleunigungsphase
wieder an das Modell zurückgegeben wird.
Die folgenden Starttechniken werden derzeit angewendet:
a) Start mit Umlenkung
Hierzu wird das vordere Ende der Schleppleine im Boden verankert und die Schlepper
benutzen eine Umlenkrolle, um die effektive Schleppgeschwindigkeit zu erhöhen.
Die beiden Schlepper ziehen über eine sog. Schleppstange oder V-Seil zusammen
an der Umlenkrolle.
Bei dieser Technik wird ein enormer Seilzug aufgebaut, der teilweise sogar den
einer F3BElektrowinde übertrifft. Es liegt nahe, daß diese Technik
insbesondere beim Start von entsprechend steif und fest ausgelegten Modellen angewendet
wird. Der eigentliche Hochstart ist sehr rasant und kurz (ca. 6 sec.) und durch
Umsetzen der aufgebauten, hohen Überfahrt können die Modelle durchaus
Höhen bis zu 240 m erreichen. Interessanterweise verbleibt hier nur wenig
Seil am Boden (ca. 10-15 m), da die Schlepper wegen des enormen Zuges, insbesondere
bei Wind, insgesamt wenig Strecke zurücklegen.
b) Direktschlepp
Bei auffrischendem Wind ab etwa 4 Beaufort (ab ca. 6 m/s) kann das Seilende auch
direkt an der verwendeten Schleppstange oder dem V-Seil befestigt werden. Die beiden
Schlepper benutzen dann keine Umlenkung mehr, sondern bringen das Modell ohne Seilverlust
(wie beim Schlepp mit Umlenkung) auf Höhe. Diese Methode bringt bei Wind die
besten Höhen, weil eben zum Einen kein Seil am Boden verbleibt und zum Anderen
noch mehr Zug direkt auf auf das Seil gebracht werden kann (keine Halbierung des
Seilzuges durch Umlenkung). Der Schlepp dauert allerdings insgesamt etwas länger
(1-2 sec.) als der Umlenkschlepp. Bei dieser Starttechnik können insbesondere
bei entsprechend steifen Modellen Höhen von über 250 m erreicht werden.
Ein Hochstart benötigt ein ausreichend steif und fest gebautes Modell mit
Wölbklappen und läuft etwa folgendermaßen ab:
- Vor dem Start trimmt man das Modell auf Startstellung und senkt dabei die Wölbklappen
um ca. 10° ab (ca. 8 bis 10 mm an der Hinterkante der Klappen). Die Querruder
laufen dabei zu ca. 50% mit. Dieses Absenken bewirkt eine Erhöhung des Auftriebs
und des Luftwiderstandes des Modells und erhöht so während des Startes
den Zug auf das Seil.
- Normalerweise bei Beginn der Rahmenzeit wird das Signal an die Schlepper gegeben
loszulaufen. Vorher sollte bereits auf eine ausreichende Vorspannung des Seils
geachtet werden.
- Bei genügend Vorspannung wird das Modell - normalerweise durch den
Helfer - je nach Können des Piloten flach bis in einem Winkel von ca. 60° zum
Boden freigegeben und sollte möglichst sofort steil und gerade aufsteigen.
- In der ersten Phase (bis max. 100 m Höhe) wird ein möglichst starker
Zug aufgebaut und auf das Seil übertragen, das sich dabei dehnt und so die
Kraft aufnimmt.
- Ist das Modell ca. 80 bis 100 m hoch gestiegen, schaltet man die Startstellung
aus und beschleunigt das Modell etwas.
- In ca. 120 m Höhe fährt man die Wölbklappen leicht nach oben,
um den Widerstand zu verringern und drückt durch Tiefenrudereinsatz das Modell
stark nach unten.
- Nach ca. 10 m Höhenverlust zieht man nun wieder stark am Höhenruder
und bringt das Modell in einen Steigflug von ca. 70 bis 80 Grad. In diesem Moment
fällt auch das Seil automatisch aus dem Hochstarthaken, da die gespeicherte
Energie vollständig an das Modell übertragen wurde und so das Seil nicht
mehr unter Spannung steht.
Durch das vorherige Andrücken des Modells in Richtung des Seils überträgt
dieses die gespeicherte Energie wieder auf das Modell zurück und beschleunigt
dabei das Modell sehr stark. Diese hohe Überfahrt wird durch den anschließenden,
steilen Steigflug in zusätzliche Höhe umgesetzt, so das dabei durchaus
Gesamthöhen von über 200 m erreicht werden können.
Thermiksuche, Wetterbeobachtung
Die nach dem Start zur Verfügung stehende Höhe reicht ohne Aufwind bei
einem normalen Modell für einen Flug von etwa 7 Minuten Dauer. Um länger
zu fliegen und damit die Rahmenzeit von 10 bzw. 15 Min. voll ausnutzen zu können,
müssen Aufwinde aufgespürt und ausgenutzt werden.
Die Grundlage für Thermik ist bis auf wenige Ausnahmen immer die Sonneneinstrahlung.
Diese Einstrahlung heizt das Gelände auf, das diese Wärme an die darüberliegende
Luft abgibt. Warme Luft ist leicher als kalte Luft (Beispiel: Heißluftballon)
und steigt damit auf.
Die erwärmte Luft bildet zunächst ein Polster direkt über dem Erdboden,
steigt also nicht von alleine auf, sondern braucht gewissermaßen einen Auslöser.
Wird warme Luft beispielsweise durch den Wind an eine Waldkante oder Baumreihe
getrieben, so löst sich die Warmluft an dieser Stelle vom Boden ab.
Insgesamt betrachtet sind die Methoden Thermik aufzuspüren vielfältig,
so daß nachfolgend nur einige Tips im Überblick gegeben werden:
- „Gelände lesen“, Flächen mit hoher Reflexion bieten bei
Sonneneinstrahlung bessere Chancen für Aufwinde (helle Flächen wie Kornfelder
oder Kiesflächen), dunkle Flächen wie Straßen, Plätze oder
frischer Acker heizen sich stärker auf und geben diese Wärme auch bei
Abdeckung durch Wolken verstärkt ab.
- Waldkanten, auf die der Wind bläst, bieten exzellente Abrißkanten
für Warmluftpolster und sollten daher unbedingt geprüft und angeflogen
werden.
- Der Sonne zugewandte Seiten wie Hausdächer, Hügel und Hänge werden
von der Sonne im Idealfall senkrecht bestrahlt und heizen sich so stärker
auf als andere Geländeteile.
- In windgeschützten Ecken, in die die Sonne einstrahlen kann, bildet sich
schnell ein Warmluftpolster, daß nicht vom Wind weggetragen wird.
- Bei Schwachwind ist insbesondere auf Windsprünge zu achten; nimmt beispielsweise
die Windgeschwindigkeit plötzlich zu und dabei ev. die Lufttemperatur ab,
so ist vor kurzem ein Aufwind gestartet, der nun aus der Umgebung kühlere
Luft nachsaugt und damit Bodenwind erzeugt.
- Ebenfalls bei Schwachwind können schon geringe Störungen wie fahrende
Autos, einzelstehende Bäume oder Hecken vorhandene Warmluftpolster zum Aufsteigen
bringen.
- Kreisende Vögel sind exzellente Termikanzeiger und stören sich normalerweise
nicht an Modellen, die mit ihnen zusammen im selben Aufwind kreisen.
- Plötzlich auftretende Verwirbelungen und Böen zeigen ein sich gerade
ablösendes Aufwindpaket an. Eventuell aufgewirbelter Staub dient dabei hervorragend
als Anzeiger der Thermikblase.
Taktik
Bereits bei Betreten des Fluggeländes ist es wichtig sich einen Überblick
zu verschaffen und zu überlegen, welche Stellen (Acker, Waldkanten, Bäume,
Häuser, usw.) gute Thermikauslöser darstellen. Dazu ist es auch wichtig
die Windrichtung ständig zu beobachten.
Weiterhin ist es sinnvoll die Gruppe, die unmittelbar vor der eigenen Gruppe fliegt,
zu beobachten, um herauszufinden an welchen Stellen die einzelnen Piloten Thermik
aufgespürt haben und wie stark bzw. zuverlässig diese war.
Kurz vor Beginn der Rahmenzeit sollte das Gelände noch einmal auf Hinweise
von Thermikbildung und -ablösung abgesucht werden (flimmernde Luft,
Windsprünge, Staubwolken, kreisende Vögel, usw.). Jetzt sollte auch festgelegt
werden, in welche Ecke nach dem Start geflogen wird und wohin man weiterfliegen
sollte, wenn die ausgesuchte erste Stelle keinen Aufwind aufweist.
Normalerweise startet man sofort bei Beginn der Rahmenzeit, um einen möglichst
langen Flug aus der Rahmenzeit rausholen zu können. Nur bei extrem schwierigen
Wetterbedingungen (starker Wind, Regenschauer, usw.) kann es vorteilhaft sein auf
bessere Bedingungen zu warten. Dies ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Rahmenzeit
nicht voll ausgeflogen werden kann.
Nach dem Start fliegt man zunächst die vorher ausgesuchte Stelle an, wobei
man natürlich ständig auf Anzeichen von Aufwind achtet. Dabei spielt
der Helfer eine wichtige Rolle, weil dieser das Gelände weiter auf Anzeichen
von Thermik absucht sowie die Konkurrenten beobachtet und den Piloten auf bessere
Alternativen zur getroffenen Entscheidung aufmerksam macht.
Abwindbereiche sollten immer schnell durchflogen werden. Ist man auf der Suche
nach Thermik und hat keine bevorzugte Stelle, so ist es wichtig das Gelände
planmäßig gegen den Wind abzusuchen und nicht eine Stelle mehrfach zu überfliegen.
Spürt man Thermik auf ist es wichtig sich ein dreidimensionales Bild von
der Blase zu verschaffen, in dem man die Reaktionen des Modells genau beobachtet.
Natürlich sollte das Modell immer im Zentrum der Blase kreisen und so den
stärksten Teil des Aufwindes nutzen. Dazu ist ständiges Beobachten des
Verhaltens des Modells und Nachzentrieren in der Blase wichtig.
Kreist ein Konkurrent in einem guten Aufwind so kann man dort natürlich hinfliegen
und mit einsteigen. Dabei bestimmt das in der Thermik kreisende Modell die Kreisrichtung,
man sollte also allein schon aus Fairness dieselbe Richtung wählen!
Solange das Modell fliegt, besteht auch die Chance Aufwind zu finden. Dabei gibt
es praktisch keine Höhenuntergrenze. Sogar in Baumwipfelhöhe und darunter
kann man noch Aufwind finden und nutzen.
Landeeinteilung und Landung
Läuft die Rahmenzeit langsam ab, wird die vorhandene Höhe gleichmäßig
mit Hilfe der Bremsklappen abgebaut. Die Vorwarnung von 2 Min. vor Ende der Rahmenzeit
bietet dazu einen guten Anhalt. Zu dieser Zeit sollte das Modell ca. 200 m über
dem Boden sein. Ab hier läßt man sich die verbleibende Zeit vom Helfer
ansagen. Bei ca. 1 min. Restzeit sollte das Modell ca. 80 m hoch fliegen.
Bei ca. 30 sec. Restzeit sollte das Modell querab vom Wind ca. 50 m entfernt in
ca. 30 m Höhe mit dem Wind den Piloten passieren (Gegenanflug). Jetzt sollte
spätestens eine ev. eingeschaltete Thermikstellung abgeschaltet und das Modell
leicht beschleunigt werden. Bei ca. 20 sec. Restzeit dreht man bei ca. 80 m Abstand
zum Piloten in den Queranflug ein. Bei ca. 15 sec Restzeit dreht man das Modell
in ca. 20 m Höhe und ca. 50 bis 80 m Entfernung in den Endanflug gegen den
Wind ein. Je nach Restzeit und Höhe variiert man nun die Geschwindigkeit und
den Sinkflug durch gezieltes Setzen der Bremsklappen bzw. Butterfly-Stellung, so
daß das Modell ca. 3 m vor dem Punkt bei ca. 2 sec. Restzeit aufsetzt, auf
den Landepunkt hin rutscht und möglichst dort liegenbleibt.
Der Aufsetzpunkt muß je nach der Höhe des Grases und dessen Feuchtigkeit
gewählt werden. Mittlerweile häufig wird auch das Modell steil in den Landepunkt
hineingedrückt. Dies sieht zwar etwas unschön aus und stellt auch erhöhte
Anforderungen an die Stabilität des Modells, erleichtert aber eine präzise
Landung auf dem gewünschten Punkt.
Da die beschriebene Prozedur viel Training erfordert, sollte sie möglichst
bei jedem Flug geübt werden.
Natürlich kann es je nach Geländeerfordernissen, vorhandener Resthöhe
und durch Ausweichen gegenüber Konkurrenzmodellen nötig sein den beschriebenen
Anflug zu modifizieren. Die beschriebene Prozedur erleichtert allerdings eine präzise
Landung zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Karl Hinsch, Klassenreferent Segelflug F3J
Auch unsere Modelle Kult (Bild) und Euromaster (Bild) sind ideale Trainigsmodelle
für diesen Sport. Sowohl in Sachen Stabilität als auch Flugeigenschaften
sind diese Modelle ideale Trainingsgeräte für den Modellflieger. Aber nicht
nur zum Training sind diese Modelle geeignet. Mit Sicherheit lassen sich mit diesen
Modellen auch regionale oder nationale Meisterschaften gewinnen. Nicht immer ist
hier ein Voll-GFK Modell im Vorteil, sondern der Mensch ist hier nach wie vor ein
wichtiger Faktor und viel Training mit nur einem Modell zahlt sich hier bestimmt
aus. Probieren Sie es doch einfach aus!
Finden Sie hier
http://www.rcmklub.sk/ die
offizielle Seite der Weltmesterschaft 2006.
Und hier
http://www.f3j.de geht
es zur offiziellen Seite unserer Mannschaft 2006.